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DJ Marcos CD-Reviews OKTOBER 2005

DJ_MARCOs REVIEWS:

OKTOBER 2005:

 

Franz Ferdinand Cover 01. FRANZ FERDINAND – you could have it so much better (Domino/Rough Trade)

Da sind sie ja schon wieder; die Hits ihres ersten Albums sind noch nicht ganz ausgetanzt, schon holen Franz Ferdinand zum nächsten Schlag aus; "You could have it so much better... with Franz Ferdinand"

Schon die Vorabsingle do you want to? zeigt, dass diese jungen schottischen Herren noch mehr mit uns vorhaben als mit uns zu rocken wie im Vorjahr; sie wollen uns diesmal tanzen sehen; dieser Beat der in die Beine geht und dann noch dieser köstliche Text: "you´re lucky lucky, you´re so lucky!!!" Schon beim zweiten Hören ist dieser Song ein Ohrwurm und der neueste FF-Hit!!!

Nicht falsch verstehen: Franz Ferdinand haben sich bestimmt nicht neu erfunden, fügen aber den Elementen ihres Hit-Debüt-Albums einige interessante neue Facetten hinzu: diesmal werden sie nicht nur langsamer mitten in Songs (wie damals bei "take me out"), sondern plötzlich auch mal schneller ( I´m your villain ); außerdem ist die Produktion um einiges besser und fetter geraten als noch auf "Franz Ferdinand"; man höre nur mal auf die Bassdrum...

Die Gitarre von Nick McCarthy hingegen macht das, was sie am besten kann; Stakkato-Single-Keul-Riffs, die sehr druckvoll und trotzdem melodisch um die Ecke kommen, dazu Alex´ supercoole arrogante tiefe Singstimme, traumhafte Bassläufe von Hardy und ein Schlagzeugspiel von Paul, wie es besser nicht sein könnte; viel Hi-Hat, viel Bass-Drum, viele tanzbare Beats.

Die Tanzfläche wartet also, aber nicht nur: diesmal wartet auch die Kerze und die Flasche Wein, die man zum Beispiel bei dem beatlesken, schönen Eleanore put those boots back on entzünden/köpfen könnte; welches Alex natürlich für seine Freundin Eleanore geschrieben hat.

Franz Ferdinand wollten sich unbedingt weiterentwickeln und das haben sie meiner Meinung nach teilweise auch geschafft.

Auf deutsche Zitate und Zeilen haben sie, nach "Schampus und Lachsfisch!"/"Darts Of Pleasure" und der, von Paul gesungenen deutschen Version von "tell her tonight" ("ick werds ihr sagen sagen heut nackt jaaaa..."), diesmal übrigens komplett verzichtet, vielleicht gibt’s das ja wieder als B-Seite: "Glucklisch, Glucklisch; bist so glucklisch" wäre hierfür mein Vorschlag!!!

Tracklist:

01. The Fallen
02. Do You Want To
03. This Boy
04. Walk Away
05. Evil and A Heathen
06. You're the Reason I'm Leaving
07. Eleanor Put Your Boots On
08. Well That Was Easy
09. What You Meant
10. I'm Your Villain
11. You Could Have It So Much Better
12. Fade Together
13. Outsiders

 

 

Oceansize Cover 02. OCEANSIZE – everyone into position (Beggars Banquet/Indigo)

Nach zwei EP´s und dem durchweg sehr guten Debütalbum "Effloresce" aus dem Jahr 2003 kommen die Manchester Atmosphäre/Noise-Boys nun mit einer etwas poppigeren neuen Scheibe zurück "Alle Mann auf Position!!!!" ...und los geht´s:

Hammer; dieses Debütalbum; als ich vor knapp 2 Jahren zum ersten Mal von Oceansize gehört habe, wurden Vergleiche laut mit der Atmosphäre von Isis oder Cave In, Tool wurde des Öfteren genannt; aber ein verdammt wichtiger Vergleich fehlte meiner Meinung; und zwar, dass der Sänger ungefähr genauso klingen kann/und auch teilweise klingt wie Mike Patton bei seinen Faith-No-More Glanzzeiten; das schafft er auf dieser CD auch wieder alles, nur dass der Gesang eindeutig leiser abgemischt wurde als das noch 2003 der Fall war. Nun haben sie damals die Messlatte auch sehr sehr hoch gelegt, was weitere Releases betrifft, können aber mit diesem neuen Album durchaus noch überraschen. Abwechslungsreich, mal atmosphärisch, mal noisig und immer episch sind wohl die Worte die diese Band ganz gut beschreiben und man sollte die Alben auf jeden fall erstmal 2-3 mal durchlaufen lassen, bevor man sich ein Urteil bildet; Musik zum Sich-Damit-Beschäftigen also!!!! Lieder, die, ähnlich wie bei den Vgl.Bands Tool oder Isis, oft bis eigentlich immer, die 5 oder 6 Minutengrenze knacken und eine Spannung und Atmosphäre aufbauen, um zum Schluss meistens noch einen draufzulegen und sich bzw. die letzten Minuten des Songs noch mal zu toppen…Wer also mit den oben genannten Bands viel anfangen kann, dem sei diese Band ebenfalls ans Herz gelegt und sie wird dir ans-Herz-wachsen. Versprochen.

Tracklist:

01. The Charm Offensive

02. Heaven Alive

03. A Homage To A Shame
04. Meredith
05. Music For A Nurse
06. New Pin
07. No Tomorrow
08. Mine Host
09. You Can't Keep A Bad Man Down
10. Ornament/The Last Wrongs

 


Sigur Ros Cover 03. SIGUR ROS – takk (EMI)

Endlich wieder weniger Gejammer und erfundene Sprachen und mehr Godspeed You! Black Emperor Einflüsse bei den isländischen Atmosphäre-Göttern!!!

Wie kommt es eigentlich, dass so viele so gute und noch dazu abwechslungsreiche Musiker, wie Sigur Ros; Björk; Minus; uvm. aus einem soooo kleinen Land wie Island stammen??? Vielleicht liegt es an der Einöde; am stillen und ewigen Eis??? An den Menschen???

Keine Ahnung, aber Sigur Ros machen für mich den perfekten Soundtrack für eine Island-Reise; das ist ja gewiss keine Musik für Sonnentage oder die Tanzfläche in deiner Lieblings-Disco, die diese rätselhaften Querköpfe aus dem kleinen Land der Geysire da machen; eher geeignet für dunkle Herbst- und Wintertage, zum Dahinschwelgen, zum Nachdenken, im Bett liegen, evtl. sogar zum Einschlafen (was hier aber keinesfalls negativ gemeint ist) oder aber zum Kuscheln mit der Freundin, nur um dann und wann von lauteren bombastischen Tönen überrascht und aus seinen Tag/Nacht-Träumen gerissen zu werden und in die Realität zurückzukehren.

Herrlich, Musik zum Flüchten also; auf der neuen CD präsentieren sich Sigur Ros dazu mal wieder Melodie-und Atmospäre-verliebt; bis ins kleinste Detail stimmt hier alles!!! Der Song glosoli ist der wahrscheinlich beste Song, den Sigur Ros je geschrieben haben!! Zumindest für mich!!!

Die ultimative CD für ruhige Stunden!!!

Tracklist:

01. Takk...
02. Glósóli
03. Hoppípolla
04. Með Blóðnasir
05. Sé Lest
06. Sæglópur
07. Mílanó
08. Gong
09. Andvari
10. Svo Hljótt
11. Heysátan



Autor: Marco -- 31.7.2006 15:02:34


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