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DJ Marcos CD-Reviews JULI 2006
DJ_MARCOs REVIEWS:
JULI 2006:
MUSE Black Holes & Revelations (Warner Music)
Jetzt also: Schwarze Löcher und Offenbarungen!!!
Nach dem sehr starken ´99er Debütalbum Showbiz , dem zwei Jahre später folgenden, etwas enttäuschenden, Zweitling Origin Of Symetry und dem 2003er Monsteralbum Absolution erscheint nun dieser Tage das vierte offizielle Album der 3 Alleskönner von Muse.
Im Vorfeld war die Rede von Orientierung an Franz Ferdinand, Queen und R2-D2:
Was aber sollte man davon halten??? Im Nachhinein kann man sagen, viel aber nicht zuuuu viel!!!
Also, um genauer zu sein: Bei einigen Songs bedienen sich die Jungs um Frontmann (Sänger, Gitarrist und Pianospieler) Matthew Bellamy wirklich an den Franz Ferdinand typischen Gitarrenlinien, die ja eigentlich nur aus Single-Noten-Läufen bestehen; bei anderen Songs wiederum gibt es dann wirklich auch Roboterstimmen (Vocoder) a la R2-D2: zum Beispiel in der ersten Singleauskopplung supermassive black hole , welches auch gleichzeitig der tanzbarste Song des britischen Trios darstellt. Ein "fetter" Beat zusammen mit einer 70er-Gitarrenlinie und einem wuchtigen Bass; dazu mal kein Thom Yorke Gedächtnisgesang, sondern wie gesagt der Roboter aus Star Wars und etwas Prince dürften hier der Einfluss gewesen sein. Kommen wir also zum Schluss noch zum letzten Vergleich: Queen!!! Nach Queen klingt diese Platte nämlich jedes Mal dann, wenn Muse Chöre einsetzen (und das tun sie oft und gut auf dieser Platte); wirklich krass nach Queen klingt das Ganze dann kurz vor Schluss beim letzten Song der Platte: knights of cydonia , welcher zunächst glatte 2 Minuten ohne Gesang auskommt und dann aber in einem derartig bombastischen, sich langsam steigernden Chor mündet, dass ich dies Lied natürlich gleich 5 Mal hintereinander hören musste (kein Wunder war doch meine erste Platte überhaupt die "Greatest Hits Volume 1" von Queen; hab ich 1983 mit 5 Jahren von meinem Papa geschenkt bekommen, Danke Papa!!!).Alles in allem eine durchweg sehr gute Platte, die in manchen Momenten die lautesten und in anderen wiederum die leisesten ( soldier´s poem ), aber gleichzeitig immer die besten, Momente von Muse in Verbindung bringt mit etwas Neuartigem, etwas wirklich Frischem in ihrem Grundsound. Aber wie soll man das jetzt nennen; in welche Schublade packen?? Vielleicht Dancefloor-Prog-Rock gepaart mit Pathos pur!!!??? Kein Plan...
Textlich gesehen handelt die Platte dann natürlich mal wieder von (den von Matthew so heiß und innig geliebten) Verschwörungstheorien über Gott und vor allem über die Welt (und natürlich ihre Herrschaft!). Meiner Meinung nach die beste Muse Platte überhaupt!!!
Tracklist:
01. Take A Bow
02. Starlight
03. Supermassive Black Hole
04. Map Of The Problematique
05. Soldier's Poem
06. Invincible
07. Assassin
08. Exo-Politics
09. City Of Delusion
10. Hoodoo
11. Knights Of Cydonia
BILLY TALENT Billy Talent II (Warner Music)
Nachdem sie im Jahr 2003 mit ihrem Debüt-Album als Billy Talent (früher werkelte man zusammen an Songs unter dem Namen Pezz), den dazugehörigen Indie-Disco Hitsingles (mit "line and sinker", "try honestly", "the ex" und "river below" immerhin fast eine ganze Handvoll) und weltweiten Touren als Headliner und Supportact (hierzulande war man ja z.B. mit den Beatstekas als Zugpferd unterwegs, weitere Bands: Goldfinger, Sparta, und viele mehr) bereits ihren internationalen Durchbruch feiern konnten, erscheint nun, 3 Jahre später, endlich der zweite Streich des Quartetts aus Toronto/Kanada.
Lange Zeit also für eine Band aus dem Genre der Punkrockmusik, um endlich einen Nachfolger einzuspielen; vielleicht dauerte es gerade wegen ihrer plötzlichen Popularität so lange, vielleicht wollte sich die Band auch einfach in Ruhe weiterentwickeln, vielleicht auch nicht! Wer weiß wer weiß...???
Mal hören, ob das neue Album (schlicht und einfach Billy Talent II betitelt) mehr Aufschluss gibt und unsere Fragen beantworten kann... auf ihrer MySpace-Seite gibt es ja auch schon seit einiger Zeit die erste Single und den Opener des Albums devil in a midnight mass , in dem es um Kindheitsmissbrauch durch einen Pfarrer geht, zu hören (das erste Mal gab es den Song übrigens schon Weihnachten 2005 für einen Tag dort zu hören, also vor etwa einem halben Jahr; im Limit läuft er mittlerweile auch seit einem knappen Monat). Bei diesem ersten neuen Song merkt man allerdings nicht wirklich, dass zwischen erster Platte und diesem Song 3 Jahre liegen sollen, er könnte glatt aus derselben Recording-Session stammen, außer dass das Anfangsriff nach Muse und der Song an sich noch mehr nach System Of A Down klingt als die früheren Werke..., ansonsten übliche Strukturen: harte Gitarren, tanzbare Beats, hoher, fast schon schriller Gesang (den man entweder mag oder hasst), Mitgröhlfaktor und Energie pur! Alles wie gehabt also; DIE TANZFLÄCHE RUFT; auch auf dem Rest vom Punk-Rock-Schützenfest Nummer 2?
Einstieg: Nach der Single devil in a midnight mass folgt ein weiterer "bekannter" Song: red flag dessen Demo sich ebenfalls seit geraumer Zeit auf Billy Talents MySpace-seite befindet ist ein weiterer Tanzflächenfüller und erinnert ebenfalls sehr an das Vorgängeralbum.
Anschließend folgt der größte Hit der neuen Platte: this suffering , auch nichts besonders Neues, aber ein wirklich guter Song, zu dem man nicht stillstehen kann, und vor allem das Gaspedal beim Autofahren unbemerkt immer weiter durchdrückt und sich später fragt wo das ganze Benzin geblieben ist...
Weiter geht´s dann mit worker bees einer eher unterdurchschnittlichen Nummer, und dann Tada!! Erste Überraschung, kommt: pins and needles eine Halb-Ballade!!! Waaaaas??? Ja, richtig gehört, eine Ballade, eine Liebeslied im Billy Talent Kleid!! Und es steht ihnen gar nicht mal so schlecht… "how did I ever let you go…?"
Danach wird’s dann wieder typischer bis wir zu Lied Nummer 10 kommen, genauer gesagt in the fall , der dann noch einmal mit ruhigeren Tönen und einem Songwriting a la Red Hot Chili Peppers daherkommt, allerdings nicht ganz so berechenbar wie es die Kalifornier auf ihren letzten Platten sind und waren, und mit einem finalen Ausbruch, den die Peppers so nie gewagt hätten.
Anschließend gibt’s dann noch 3 weitere Billy Talent Punkrock Songs, die wohl fast jeder so erwartet hätte.
Alles in allem eine ganz gute Platte, nur eine wirkliche Weiterentwicklung ist hier trotz 3 Jahren Pause zwischen den Werken nicht festzustellen, aber das muss ja auch nicht immer sein. Dafür sind eben andere Bands zuständig. Zu Billy Talent II kann man weiterhin viel Spaß haben, das Tanzbein und die Matte schütteln und ordentlich seinen Frust abbauen/rausschreien... Ohrwürmer garantiert!!!
Tracklist:
01. Devil In A Midnight Mass
02. Red Flag
03. This Suffering
04. Worker Bees
05. Pins And Needles
06. Fallen Leaves
07. Where Is The Line
08. Covered In Cowardice
09. Surrender
10. In The Fall
11. Perfect World
12. Sympathy
13. Burn The Evidence
Autor: Marco -- 6.7.2006 13:28:09
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