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DJ Marcos CD-Reviews JULI 2005
DJ_MARCOs REVIEWS:
JULI 2005:
01. COLDPLAY x & y (Parlophone/Capitol/EMI)
Die größte, beste oder einfach nur überbewerteteste Band der Welt??? Die Meinungen zu Coldplay; richtig schlecht finden kann sie eigentlich keiner; wie auch?
Nur nervt es unendlich in jeder billigen RTL II oder VOX Reportage, in der auf die Tränendrüse gedrückt werden soll "Clocks" oder "Trouble" oder "jeden x-beliebigen Song" der beiden Coldplay- Vorgängeralben "parachutes" und "a rush of blood to the head" zu hören; und sowieso untermalt zurzeit jeder "Hans und Franz" sein filmisches "Können" mit der wunderbar arrangierten, melancholischen Musik dieser britischen Band, was es einem nicht immer leicht macht(e) die Songs trotzdem und weiterhin gut zu finden; Jetzt endlich haben sie nach 3 Jahren wieder ein neues Album, ihr "man sagt Schwieriges" Drittes (und nach Harry Potter das wohl bestgehütetste Geheimnis auf der britischen Insel) welches auf den Namen X&Y getauft wurde und am 6.6.2005 nach langersehnter Wartezeit erschienen ist; 13 Songs sind drauf und die Spielzeit beträgt 62:37, also etwas mehr als eine Stunde. In England und dem Vereinigten Königreich verkaufte sich die CD übrigens an den ersten Erscheinungstagen 150mal in der Minute, das sind 9.000 in einer Stunde und 216.000 am Tag und verdrängte damit glücklicherweise den absolut nervigen Crazy Frog mit "Axel F." vom Thron der UK-Charts!!! Das sind die Fakten; jetzt ab zum musikalischen Inhalt der neuen Platte:
Starker Einstieg mit meinem Lieblinglied von der Platte, Square One , dem legitimen Nachfolger und kleinen Bruder von "Politik"; alte Stärken, wie die erste Single Speed Of Sound (erinnert vom Songwriting/Melodien sehr an "Clocks", eher die "auf-Nummer-sicher-gehen"-Single) treffen auf neue Sounds im Coldplay- Gewand, wie etwa Talk (mit Kraftwerk-Sample) oder dem nach U2-Vergleichen schreienden Low (aber eigentlich viel besser gemacht als Songs von Bono und Co., auch wenn das jetzt ein bisschen Majestätsbeleidigung ist, ´tschuldigung liebe U2-fans;)); dem folgt das superschöne The Hardest Part , eins der wenigen Piano-betonten Lieder und am Ende gibt es sogar noch einen "versteckten" Track, namens Til Kingdom Come , eigentlich geschrieben für die Stimme von Johnny Cash, der dies dann leider nicht mehr einsingen konnte. Aber Coldplay brauchen eh keine Vergleiche mehr; Chris Martin, der Ehemann und Vater der Tochter von Hollywood-Star Gwyneth Paltrow, und seine Jungs haben ihren eigenen Sound über die letzten Jahre ganz weit oben am (Pop)-Sternenhimmelszelt zementiert und schon wieder ein Album für die Ewigkeit (...und noch viel weiter) herausgebracht. Mein Album des Monats!!!
Tracklist:
01. square one
02. what if
03. white shadows
04. fix you
05. talk
06. x & y
07. speed of sound
08. a message
09. low
10. the hardest part
11. swallowed in the sea
12. twisted logic
13. til kingdom come (versteckt/hidden track)
02. FOO FIGHTERS in your honor (2-CD) (Sony/BMG)
Nach vielen Seiten-Projekten am Schlagzeug, z.B. bei den Queens Of The Stone Age, Tenacious D. oder Nine Inch Nails, u.v.a. widmet sich Dave Grohl wieder der Gitarre, dem Gesang und vor allem der eigenen Band!!!2 CD´s ; je 10 Songs; die ersten 10 rockende, foo-fighters-typische Songs, die zweiten 10 akustische und manchmal bis meistens foo-fighters untypisch hoch zehn; wie z.B. der Song „Virginia Moon“ mit Norah Jones an den Tasten und am Gesang!!! Eigentlich hatten sie (besonders Dave Grohl) ja in den letzten Monaten immer betont, ein Doppelalbum aufzunehmen; eine Seite mit den "heaviesten" und die andere mit den "softesten" Songs der Foo Fighters ever, aber in Sachen "Heavy" haben sie sich dann im neu-erbauten eigenen Studio in der Nähe von Los Angeles dann doch lieber etwas zurückgenommen (ausser vielleicht beim Schlusspart des Titeltracks). Dafür haben sie sich auf CD 1 an alte Stärken zurückerinnert, an die (guten) Zeiten von "the colour and the shape" und/oder "there is nothing left to lose"; und die (eher schlechten) Zeiten von "one by one" offenbar vergessen; ein Glück!!! Die Foo Fighters sind wieder die Foo Fighters und keine Queens Of The Stone Age-Doppelgänger bzw. Abklatschband mehr!!! Eingängige Strophe jagt Stadionrefrain; auch wenn man das irgendwie von den Foo Fighters alles schon mal gehört hat und beim ersten Durchlauf auch an Begriffe wie Durchschnitt und Berechenbarkeit denkt (besonders bei der Single Best Of You ), so gilt das vielleicht für meine Ansprüche an diese Band, aber im Vergleich zu anderen "Möchtegern-Pop-Rockern" (siehe Bands wie 3 Doors Down/Creed/Nickelback/White Stripes/unendlich weiterfürbar) stehen sie damit immer noch sehr weit oben, wenn auch nicht mehr ganz on top. Ich hatte mir ehrlich gesagt mehr Weiterentwicklung erhofft (wie auch schon bei der aktuellen Queens Of The Stone Age/Turbonegro/und vielen weiteren Platten); aber anscheinend gehen den Foo Fighters die ganz neuen Ideen aus und sie bedienen sich bei ihren alten Stärken. Ist doch auch okay!
Auf CD 2 wird dann mit einigen prominenten Gästen/Freunden (Josh Homme, Led Zepp´s John Paul Jones!!! und Namensvetterin Norah) akustisch musiziert. Dave Grohls Stimme ist auf dieser CD sehr in den Vordergrund gemischt, die Instrumentierung sehr spärlich bis fast gar nicht (siehe bzw. höre Razor ) und man wartet eigentlich die ganze Zeit darauf dass sie wieder loslegen; tun sie aber leider nicht. Auf Nachfrage, warum denn die Songs nicht einfach auf einer Platte zusammengemischt worden wären, sagen die Foo Fighters: "Das hätte nicht zusammengepasst; so wie es jetzt ist, ist es eine Jungs fahren zur Party-Platte und eine Mädchenplatte; wenn wir das zusammengemischt hätten, wäre doch eine von diesen beiden großen Gruppierungen zwischendurch immer am Weiterskippen!!!" Auch wieder wahr.
So hören die Mädchen am Besten nie CD 1 und die Jungs erst Recht nicht CD 2!!! Außer wenn sie dann mal aufeinander treffen, entweder auf der Party oder beim romantischen Abend; eine dieser beiden CDs passt bestimmt dazu.
Tracklist CD1:
01. in your honor
02. no way back
03. best of you
04. doa
05. hell
06. the last song
07. free me
08. resolve
09. the deepest blues are black
10. end over end
Tracklist CD2:
01. still
02. what if i do
03. miracle
04. another round
05. friend of a friend
06. over and out
07. on the mend
08. virginia moon
09. cold day in the sun
10. razor
03. MAXIMO PARK a certain trigger (Warp/Rough Trade)
"... und ich schreie: "HYYYYYPPPPEEEEE"!!! Ladies and Gentleman, die "most hyped band of the year" kommt nun endlich mit ihrem Debütalbum.Tja, schon irgendwie komisch: Da kommt eine schottische Band namens Franz Ferdinand und zeigt allen Bands von der restlichen britischen Insel, wie "heiß" neue Rockmusik klingen kann, und grade mal ein Jahr später klingen (fast) alle Bands von dieser britischen Insel nach kleinen Franz Ferdinand Brüdern; quasi Fritzchen und Fränzchen Ferdinands, die da nun Monat für Monat; Woche für Woche; Tag für Tag auf uns zu kommen!!! Die spinnen, die Briten!!!Sie heißen Bloc Party, The Others, The Futureheads, The Kaiser Chiefs, The Bravery, The Killers (wobei die beiden letztgenannten aus Amerika stammen, aber eben auch in England ihren Durchbruch feierten und mittlerweile auch in ihrer Heimat Superstars sind),usw. usf. Und alle machen sie ungefähr denselben Gitarren-Pop-Punk-Rock; mal mehr, mal weniger Gitarren, mal mit Schlagzeug, mal mit programmiertem Beat, mal abgefahrener, mal zurückhaltender, mal schön gesungen, mal brachial geschrieen; aber alle mit denselben musikalischen Wurzeln und Vorbildern aus der New Wave-Bewegung der Achtziger (z.B. Gang of Four/New Order/The Cure/uvm.).
Nun also Maximo Park aus Newcastle: diese Band hat lange vor Erscheinen ihres Debüts bereits drei Singles, inklusive einschlägiger Chartserfolge in der Heimat, veröffentlicht und wird in UK bereits seit Monaten abgefeiert. Nur scheinen dort viele Leute und Musikjournalisten vor lauter Lobhudelei zu vergessen, dass es diese Band bereits jahrelang (nur mit anderem Sänger) gibt und sie vor dem Franz Ferdinand Rummel mal ganz andere Musik gemacht haben sollen (jedenfalls behaupten das die Futureheads; siehe auch: The Killers vs. The Bravery, immer diese Neider); kann da also ein neuer Sänger soviel ändern oder rausreißen??? Und kann das eigentlich alles noch Zufall sein?"
Soviel also zur Vorgeschichte dieser CD und der Voreingenommenheit des Schreibers dieser Zeilen; damit dann das Album in den Player: Ich muss die ganze Zeit über an Franz Ferdinand mit The Doors-Orgeln, Keyboards und Synthies denken, was ja schon mal nichts Schlechtes bedeutet, auch wenn im Moment jeder so klingen möchte (siehe oben); die Single apply some pressure kann mich nach zehnmaligem Hören und immer-wieder-Zwingen schliesslich doch noch überzeugen und könnte, wenn ihr auch so geduldig seid, ein Limit-Disco-Hit werden; coole Textzeilen, wie etwa "I´ll do graffiti, if you sing to me in french" im nächsten Song graffiti , die einen zum Schmunzeln bringen; ja dieser Paul Smith (Sänger der Band) stellt seine Texte und seine, mit northern-englishem Akzent gesungene, Stimme schön in den Vordergrund und im Hintergrund gefallen mir dabei immer mehr Melodien und Riffs; Mensch, ich wollte die doch eigentlich richtig scheisse finden; geht aber leider nicht zu hundertprozent, auch wenn ich diesen ganzen UK-Hype im Moment nicht so ganz verstehen kann, die Musik (welche ja nun mal mindestens 95% ausmachen sollte) packt mich dann "leider" ab und zu doch!!! An alle die ähnlich wie ich denken, vielleicht trotzdem mal reinhören!! ´s könnt sich ja lohnen bei dieser dann doch durchweg guten Platte.
Tracklist:
01. signal and sign
02. apply some pressure
03. graffiti
04. postcard of a painting
05. going missing
06. i want you to stay
07. limassol
08. the coast is always changing
09. the night i lost my head
10. once, a glimpse
11. now i´m all over the shop
12. acrobat
13. kiss you better
04. THE ROBOCOP KRAUS they think they are The Robocop Kraus (L´Age D´Or/Epitaph)
Die Franken schlagen zurück!!! Wer diese Band noch nie live gesehen hat sollte dies unbedingt noch nachholen!!! Ich kam vor einigen Jahren im Jugendzentrum "Wasserwerk" in Papenburg in den Genuss diese Hammer-Live-Band aus Nürnberg zusammen mit The A.M.Thawn aus Rheine und One Man And His Droid (unsere local Emo-Rocker mit DJ Peter an der Gitarre) als Vorgruppen zu sehen; ein super Abend also!!! Damals hatten sie grad ihr Debütalbum "Tiger" auf dem tschechischen Indie-Label "Day After Records" rausgebracht und waren noch ein richtiger Insidertipp.Die Platte hab ich dann bestimmt auch einen Monat durchgängig gehört und mich in diese Band; naja ein klein bisserl, verschossen!! Da merkte man auch endlich in Deutschland was denn da für eine super Band aus eigenen Landen unterwegs ist, und so konnte sich das Hamburger Label "L´Age D´Or" den Zuschlag für das nächste Album "living with other people", mit schickem Spiegelcover, sichern.
Für das neue Album haben sie erstmal einen neuen Drummer mit an Bord Richtung Schweden genommen, um dort mit dem Fireside-Gitarristen und Hit-Produzenten Pelle Gunnerfeldt (u.a Refused, Hives, (International) Noise Conspiracy, uvm.) die 12 Stücke einzuspielen und aufzunehmen. Wow!!! Dazu dann noch die Nachricht, dass der Mega-Punk-Indie "Epitaph" die Band jetzt mit "L´Age D´Or" teilt; "Step By Step" sangen einst schon New Kids On The Block und ahnten bestimmt nicht, wie recht sie damit in Bezug auf The Robocop Kraus haben sollten!!! Schritt für Schritt weiter auf der Wendeltreppe Richtung Rock-Star-Himmel. An der Musik indes hat sich eigentlich seit "damals" nicht viel geändert, obwohl die Band in puncto Songwriting noch einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht hat. Wohl am meisten verändert hat sich der Gesang von Sänger Thomas Lang, der jetzt auch versucht tiefere Töne zu singen, woran ich mich aber erst noch gewöhnen musste, was aber nach der Eingewöhnung umso mehr Spaß macht; der Franken-Elvis halt!!! Aber ansonsten ist es weiterhin richtig gute tanzbare, rockige Musik gespielt mit Bass, Gitarre, Schlagzeug und Keyboard/SynthieOrgel, wie es im Moment so viele Bands tun (siehe Maximo Park). Anspieltipp ist die erste Single in fact you´re just fiction , das wohl eingängigste Stück und ein richtiger HIT!!! (werdet ihr ab sofort jeden Freitag hören). Was unterscheidet aber alle anderen Bands von The Robocop Kraus?? Richtig, sie machen dies nicht erst seit dem Erfolg von Franz Ferdinand, The Killers, Hot Hot Heat u.a., sondern gehen straight ihren Weg weiter, den sie damals (im Wasserwerk) mit den Stücken von "Tiger" (die ihr genauso wie die Single vom letzten Album "fake boys" auch bereits unterbewusst und bewusst an einigen Freitagen in den letzten Jahren, Monaten und Wochen im Limit von mir "untergemischt" bekommen habt) schon eindrucksvoll begonnen haben.
Respekt vor diesen Franken!!! The Robocop Kraus spielen übrigens diesen Monat auf dem Omas-Teich-Festival in Großefehn; nur so als Tipp am Rande; und ich hab keine Zeit, so ein Mist!!!
Tracklist:
01. after laughter comes tears
02. i picture you
03. you don´t have to shout
04. in fact you´re just fiction
05. all the good men
06. a man´s not a bird
07. small houses
08. too true to be good
09. life amazes us despite our miserable future
10. you don´t need a doctor
11. concerned, your secular friends
12. there are better lights in Hollywood
Autor: Marco -- 30.6.2006 12:33:57
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